Das erfolgreichste Album des Jahres kommt von Helene Fischer – die damit eine neue Rekordmarke in der deutschen Chartgeschichte aufstellt!

Baden-Baden 28.12.2017

Zum dritten Mal innerhalb von 5 Jahren stammt das erfolgreichste Album des Jahres von Helene Fischer, die damit eine weitere Rekordmarke in der deutschen Chartgeschichte aufstellt! Der einzige weitere Künstler, der seit 1977 mehr als einmal die Jahrescharts anführen konnte, war Herbert Grönemeyer in den Jahren 1984 („4630 Bochum“) und 2002 („Mensch“). Helene Fischers gleichnamiges Album schaffte es in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt sieben Mal auf die Pole Position in den wöchentlichen TOP 100 Charts von media control. Mit ihrem 2013er Album „Farbenspiel“ notiert die in Sibirien geborene deutsche Ausnahmekünstlerin außerdem im großen Jahresranking noch immer auf #39. Mit jenem Album entschied sie die Jahresauswertungen 2013 und 2014 für sich. 2015 reichte es noch immer für #2, das Jahr 2016 schloss „Farbenspiel“ auf #25 ab.

Zu Beginn des Jahres sah es noch danach aus, als ob Ed Sheeran am Ende mit „÷“ ganz oben stehen würde – so wie immerhin in sieben nicht zusammenhängenden Wochen im Frühling und im Dezember. Doch letztlich muss er sich mit #2 zufrieden geben. 10,4 Prozentpunkte trennen ihn von Helene Fischer. Dennoch ist dies seine erfolgreichste Jahresendposition. Der Vorgänger „x“, dieses Jahr auf #22, kam in den Jahren 2014 (#9) und 2015 (#8) nur bis ans untere Ende der Top 10.

Hinter den Mega-Erfolgen dieser beiden folgen die weiteren Platzierten ab dem Bronzerang mit deutlich geringeren Prozentzahlen. Die Toten Hosen schlossen das Jahr 2012 mit „Ballast der Republik“ am erfolgreichsten ab. 2017 reicht es für die Düsseldorfer zu 43.4% auf #3 mit „Laune der Natur“. Ein weiteres von vier rein deutschsprachigen Alben in der Top 10 landet auf #4. „Tape“ ist das dritte Studioalbum von Mark Forster. Auch wenn die 2016er Veröffentlichung keine wöchentliche Spitzenposition erreicht hat, notierte sie in sämtlichen Chartwochen des Jahres 2017 und beendet es mit 41.4% auf #4. Der einzige weitere Longplayer, der jede Woche eine Platzierung vorweisen kann, ist Maite Kellys Schlagerdebüt „Sieben Leben für dich“ auf #21.

Apropos Kellys: Das Topalbum des Jahres 1995 hieß „Over The Hump“ und machte die Kelly Family endgültig zu Mega-Stars. 22 Jahre später wagten sie ein gelungenes Comeback. Das überwiegend aus Neuaufnahmen ihrer alten Hits bestehende „We Got Love“ verbrachte 13 Wochen in der Top 10 und beendet das Jahr als fünfterfolgreichstes. Nur knapp hinter „Human“. Der Brite Rag’n’Bone Man ließ seinem Tophit ein gleichnamiges Album folgen, das mit 35.7% in der Endabrechnung #6 belegt.

Erstmalig findet sich Adel Tawil zum Jahresende in der Top 10 wieder. Ermöglicht hat es der Erfolg seines Topalbums „So schön anders“ (#7). Ed Sheerans „÷“ hätte 2017 die meisten Wochen an der Spitze verbringen und zumindest in dieser Hinsicht an „Helene Fischer“ vorbeiziehen können, wäre sein Siegeszug im März nicht für eine Woche von „Spirit“ unterbrochen worden. Depeche Mode landen auf #8, ihre höchste Jahresendplatzierung seit „Delta Machine“ welches das Jahr 2013 auf #7 abschloss.

Die TV-Musikserie ‚Sing meinen Song – Das Tauschkonzert‘ bekommt nächstes Jahr schon wieder einen neuen Gastgeber. Aber der Soundtrack zur vierten Staffel beweist das große Interesse der Zuschauer und beschließt das Jahr auf #9. Nach #4 zum 2014er Jahresende und #7 zum Ende 2015, gab es mit #34 im vergangenen Jahr einen kleinen Ausrutscher nach unten für die CD-Serie.

Der erfolgreichste Soundtrack ist wie letztes Jahr derjenige zum aktuellen ‚Bibi & Tina‘-Film. 2016 landete „Mädchen gegen Jungs“ auf #3. Diesmal beendet „Tohuwabohu total“ das Jahr als Top 10-Schlusslicht. Der höchstplatzierte Newcomer stammt aus Deutschland. Vor zwei Jahren hatte er zwar einen Riesenhit mit „Unter meiner Haut“ an der Seite des Produzentenduos Gestört aber GeiL. Doch erst 2017 hat Popsänger Wincent Weiss sein Debütalbum „Irgendwas gegen die Stille“ veröffentlicht, mit dem er auf #12 das Jahr beendet.

Die Anzahl der rein oder mehrheitlich deutschsprachigen Alben hat etwas abgenommen. Waren es 2016 insgesamt 64, sind es 2017 nur noch 55. Immer noch zwei mehr als 2015. Der Rest verteilt sich auf 28 englischsprachige (+5) und 16 überwiegend mehrsprachige Veröffentlichungen bzw. Compilations (+3) sowie ein Instrumentalalbum. Vor zwei Jahren hatte es Stargeiger David Garrett mit „Explosive“ auf #94 der Jahreswertung gebracht, diesmal erreicht er sogar #57 mit seinen Remakes auf „Rock Revolution“.

Das erfolgreichste Rapalbum des Vorjahres war „Advanced Chemistry“ von den Beginners. 2016 bildete es das Schlusslicht der Top 10, dieses Mal landet es auf #67. Dafür stammt die höchstplatzierte Hip Hop/Rap-Produktion 2017 von der 187 Strassenbande. Der „Sampler 4“ beschließt das Jahr auf #16. Wieder ist es eine überwiegend deutschsprachige Angelegenheit, denn lediglich Kendrick Lamars „DAMN.“ (#74) stellt die englische Ausnahme unter den 20 Hip Hop-Notierungen dar (+2 im Vergleich zu 2016). Die Toten Hosen führen auf #3 ein Feld von 17 Rockalben an (+1), das sprachlich ausgeglichen daherkommt. Aus dem Schlager/Volksmusik-Genre bevölkern genauso viele Produktionen die Jahreswertung (+1), darunter drei Alben von Helene Fischer, die sich zu den oben erwähnten auch noch mit „Weihnachten“ auf #88 in die Liste rettet…

Erstmals seit „The Ketchup Song“ aus dem Jahr 2002 wird ein spanischsprachiger Titel „Hit des Jahres 2017

Wie auch schon im Kampf um das erfolgreichste Album, erleben wir bei den Songs einen echten Zweikampf um den ‚Hit des Jahres‘. Für sich entschieden hat ihn der neue Rekordhalter, was die meisten Wochen auf der Pole Position angeht: „Despacito“. Spätestens seit dem Remix mit einer Strophe von Justin Bieber gab es kein Halten mehr für das spanische Duett von Luis Fonsi und Daddy Yankee. 19 Wochen verbrachte der Sommerhit des Jahres an der Spitze, so viele wie keine andere Single seit 1971. „Despacito“ ist der erste spanischsprachige Jahressieger seit „The Ketchup Song (Aserejé)“ aus dem Jahr 2002.

2017 geht bei Ed Sheeran in die Annalen als das ‚Jahr des ewigen Zweiten‘ ein. Sein Album „÷“ musste sich „Helene Fischer“ geschlagen geben. Und trotz 15wöchigen Aufenthalts auf der Pole Position endet der Song „Shape Of You“ auch nur als Jahreszweiter mit nahezu identischem Abstand von 10,5 Prozentpunkten zu „Despacito“. Dafür ist der britische Sänger und Songwriter dank des aktuellen Spitzenreiters „Perfect“ auf #8 der erste Sänger seit Pharrell Williams 2013, der die Jahreswertung mit zwei Top 10-Notierungen abschließt. (Dies missachtet die Remixe der DJs Robin Schulz und Felix Jaehn in den Folgejahren.) Dass es trotzdem ein erfolgreiches Jahr für Ed Sheeran war, zeigt ein Blick auf die vollständige Jahreswertung. Der Folk-Rap-Song „Galway Girl“ verpasst nur um 0,2 Prozentpunkte die Top 10 und landet auf #11. Dazu gibt es eine weitere Notierung für „Castle On The Hill“ auf #19. Vier Top 20-Platzierungen sind eine stolze Leistung! Glückwunsch!

Die höchste in Deutschland lebende Newcomerin platziert ihren Debüthit auf #3. Vier Monate lang war das autobiografische „No Roots“ über die rastlose Kindheit von Alice Merton nicht aus der Top 10 zu verdrängen. Auch wenn es für keine wöchentliche #1-Position reichte, schließt der Song das Jahr mit 57.9% auf #3 ab. „Something Just Like This“ teilt das Schicksal von „No Roots“. Die Zusammenarbeit der Chainsmokers mit Chris Martin von der Gruppe Coldplay verbrachte über vier Monate in der Top 10, kam aber über #2 nicht hinaus. Doch zum Jahresabschluss reicht es mit 54.4% zu #5.

Neben vier Popsongs und fünf Clubtracks findet sich ein einziger Rocksong in der Top 10. Verantwortlich dafür zeichnet sich die amerikanische Band Imagine Dragons. Bereits 2013 schnupperte sie Top 10-Luft als „Radioactive“ das Jahr auf #9 abschloss. Jetzt legt das Quartett noch eins drauf und „Thunder“ beendet 2017 als vierterfolgreichster Hit.

Die weiteren Dancetracks innerhalb der Top 10 stammen allesamt aus unterschiedlichen Ländern. „Tuesday“ auf #6 war ein Clubhit aus der Türkei, performt von Danelle Sandoval und produziert von Burak Yeter. Zwei Drittel der ehemaligen Swedish House Mafia machen als Duo weiter. Axwell und Ingrosso gelang für vier Wochen sogar der Marsch an die Spitze mit „More Than You Know“ (#7). Nach Top 10-Notierungen in 2014 und 2015 kehrt Robin Schulz in diese Region zurück. „OK“ wurde auch dank des Sängers James Blunt zum großen Hit (#9). Das Pariser Duo Ofenbach landet mit seinem Debüthit „Be Mine“ auf #10.

Wie sehr sich der Konsum von Songs und Longplays unterscheidet, zeigt sich in folgenden Zahlen. Die Sängerin des Topalbums, Helene Fischer, landet bei den Songs nur auf #41. „Herzbeben“ ist eine von lediglich zwei Schlager/Volkstümlichen Produktionen in den Jahrescharts. Die Toten Hosen haben mit ihrem #3-Album die mit Abstand erfolgreichste Rockveröffentlichung des Jahres hingelegt. Aber die Auskopplung „Wannsee“ strandet auf #54, einer von nur acht Rocksongs (-3 im Vergleich zu 2016). Fünf deutsch- und fünf englischsprachige Rapsongs schaffen eine Jahresendplatzierung (-2). „Unforgettable“ von den Amerikanern French Montana und Swae Lee auf #27 ist die erfolgreichste. Umgekehrt steht einem einzigen Dance/Electronic-Album eine Anzahl von 21 ebensolchen Songs gegenüber (-7). Popsongs erobern diesmal die Mehrheit mit einer Steigerung um neun Songs auf 54. Die Anzahl der deutschsprachigen Produktionen ist bei 18 stehengeblieben, englische liegen nahezu unverändert bei 78 (-1), spanische legen von zwei auf drei Aufnahmen zu und Maître Gims hält auf #44 die französische Fahne hoch.

Die unabhängigen deutschen Musikcharts: Wöchentliche, mengenbasierte Rangfolge der relevantesten Songs und Alben in Deutschland. Die Ermittlung erfolgt auf Basis physischer und digitaler Verkäufe, Audio- und Video-Streams sowie Radio-Airplay. Gezählt werden Kauf- und Nutzungsmengen – wie international üblich – Stück für Stück.

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